...ge grossenteils zerstoert worden
sind. Eine Verlegung der roemischen Grenzhut vom Rhein weg hat keineswegs
stattgefunden; so weit wollte man vielleicht kommen, aber war man nicht.
Aehnlich wie in Illyricum damals die Donau, war die Elbe wohl die politische
Reichsgrenze, aber der Rhein die Linie der Grenzverteidigung, und von den
Rheinlagern liefen die rueckwaertigen Verbindungen nach den grossen Staedten
Galliens und nach dessen Haefen ^10. Das grosse Hauptquartier waehrend dieser
Feldzuege ist das spaetere sogenannte "alte Lager", Castra vetera (Birten bei
Xanten), die erste bedeutende Hoehe abwaerts Bonn am linken Rheinufer,
militaerisch etwa dem heutigen Wesel am rechten entsprechend. Dieser Platz,
besetzt vielleicht seit den Anfaengen der Roemerherrschaft am Rhein, ist von
Augustus eingerichtet worden als Zwingburg fuer Germanien; und wenn die Festung
zu allen Zeiten der Stuetzpunkt fuer die roemische Defensive am linken Rheinufer
gewesen ist, so war sie fuer die I...
..., wenn auch der
Schreiber wahrscheinlich, um das Auffallende bemueht, durch zugespitzte
Ausdrucksweise Vorstellungen erweckt, die so nicht richtig sein koennen.
^11 Ueber die administrative Teilung Galliens fehlt es, abgesehen von der
Abtrennung der Narbonensis, an allen Nachrichten, da sie nur auf kaiserlichen
Verfuegungen beruhte und darueber nichts in die Senatsprotokolle kam. Aber von
der Existenz eines gesonderten ober- und untergermanischen Kommandos geben die
erste Kunde die Feldzuege des Germanicus, und die Varusschlacht ist unter jener
Voraussetzung kaum zu verstehen; hier erscheinen wohl die hiberna inferiora, die
von Vetera (Vell. 2, 120), und den Gegensatz dazu, die superiora koennen nur die
von Mainz gemacht haben, aber auch diese stehen nicht unter einem Kollegen,
sondern unter dem Neffen, also einem Unterbefehlshaber des Varus. Wahrscheinlich
hat die Teilung erst in Folge der Niederlage in den letzten Jahren des Augustus
stattgefunden.
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