... zeichnete sich dabei so aus, daß sein Herr ihn freigab, und selbst die Behörde, die sich seiner nicht selten bedient, zum Beispiel nach der glücklichen Wendung des Hannibalischen Krieges 547 (207) ihm die Verfertigung des Dankliedes übertragen hatte, aus Rücksicht für ihn der Poeten- und Schauspielerzunft einen Platz für ihren gemeinsamen Gottesdienst im Minervatempel auf dem Aventin einräumte. Seine Schriftstellerei ging hervor aus seinem zwiefachen Gewerbe. Als Schulmeister übersetzte er die Odyssee ins Lateinische, um den lateinischen Text ebenso bei seinem lateinischen wie den griechischen bei seinem griechischen Unterricht zu Grunde zu legen; und es hat dieses älteste römische Schulbuch seinen Platz im Unterricht durch Jahrhunderte behauptet. Als Schauspieler schrieb er nicht bloß wie jeder andere sich die Texte selbst, sondern er machte sie auch als Bücher bekannt, das heißt, er las sie öffentlich vor und verbreitete sie durch Abschriften. Was aber noch wichtiger war, er setzte an die ...
...g ist bald platt, bald schwülstig, die Sprache hart und verzwickt 5. Man glaubt es ohne Mühe, was die alten Kunstrichter versichern, daß, von den Zwangslesern in der Schule abgesehen, keiner die Livischen Gedichte zum zweiten Male in die Hand nahm. Dennoch wurden diese Arbeiten in mehrfacher Hinsicht maßgebend für die Folgezeit. Sie eröffneten die römische Übersetzungsliteratur und bürgerten die griechischen Versmaße in Latium ein. Wenn dies nur hinsichtlich der Dramen geschah und die Livische 'Odyssee' vielmehr in dem nationalen saturnischen Maße geschrieben ward, so war der Grund offenbar, daß die Jamben und Trochäen der Tragödie und Komödie weit leichter sich im Lateinischen nachbilden ließen als die epischen Daktylen.
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4 Die spätere Regel, daß der Freigelassene notwendig den Vornamen des Patrons führt, gilt für das republikanische Rom noch nicht.
5 In einem der Trauerspiele des Livius hieß es:
quem ego néfrendem álui lácteam immu... |